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Ein Verkehrsraum für alle

Verkehrssicherheit als Allgemeingut

In Zeiten hoher Mobilitätsanforderungen in Alltag und Beruf sind Wirtschaft und Gesellschaft auf ein hohes Maß an Verkehrssicherheit angewiesen. Verkehrsunfälle verursachen großes menschliches Leid und können langfristige psychische Folgeschäden für die Unfallbeteiligten und ihr Umfeld nach sich ziehen. Laut einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) aus dem Jahr 2014 hat ein Viertel aller schwerverletzten Unfallopfer mit psychischen Folgeerkrankungen zu rechnen. Auch die durch Unfälle verursachten volkswirtschaftlichen Schäden sind immens – nach Angaben der BASt betrug die Gesamthöhe der Unfallkosten im Jahr 2012 rund 32,11 Milliarden Euro. „Personenschäden“ schlugen dabei mit 13,5 Milliarden Euro zu Buche, während sich die Sachschäden auf 18,6 Milliarden Euro beliefen. Das hohe Interesse des Einzelnen und der Gesellschaft, Unfallopfer und Unfallschäden zu reduzieren sowie das allgemeine Sicherheitsniveau zu heben, ist somit nachvollziehbar.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) verfolgt mit dem nationalen Verkehrssicherheitsprogramm das Ziel, Unfälle zu verhindern. In Einklang mit der EU-Kommission wurde im Jahr 2011 das klare Ziel formuliert, bis 2020 die Zahl der Verkehrstoten um weitere 40 % zu reduzieren und die Zahl der Schwerverletzten stark zu senken. Nach einer ähnlichen Zielvorgabe war von 2001 bis 2010 die Zahl der Unfalltoten in Europa erfolgreich um 43 % verringert worden.

Die Verkehrssicherheit wird über konkrete technisch-bauliche und infrastrukturelle Maßnahmen wie Fahrbahnmarkierungen und Schutzplanken und über die Verbesserung der Fahrzeugtechnik gefördert. Darüber hinaus gilt es, in den Köpfen der Verkehrsteilnehmer ein noch größeres Sicherheitsbewusstsein zu festigen.

Eine bauliche Korrektur der engen Kurvenführung einer Landstraße ist nur bedingt zielführend, wenn die Fahrenden nicht gleichzeitig „freiwillig“ ihre Geschwindigkeit drosseln. Die Bereitschaft, Verkehrsregeln einzuhalten und einen fairen Umgang im Verkehr zu wahren, ist für das Erreichen kurz- wie langfristiger Ziele unerlässlich.

Fairness als Normalität

Der Begriff Fairness geht auf das englische Wort  „fair“ zurück und bedeutet wörtlich „anständig“ „gerecht“, „ordentlich“. Er bezieht sich immer auf ein Gegenüber oder den Umgang zwischen Menschen in einer Gemeinschaft. Fairness als Begriff findet sich in vielen Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens. Man spricht z. B. von fairen (bzw. unfairen) Arbeits- und Vertragsbedingungen, politischen Verhandlungen und Gerichtsverfahren. Verschiedenste Wissenschaftsdisziplinen (etwa die Philosophie, die Sozialpsychologie, die Ökonomie) haben sich mit der Frage beschäftigt, wann Menschen ein Verfahren als fair (oder eben als unfair) empfinden. 

Die Sozialpsychologen Lind und Tyler machten mehrere Bedingungen ausfindig, die ein Verfahren für Beteiligte als fair erscheinen lassen: erlebte Kontroll- und Einflussmöglichkeiten auf das Verfahren; Anerkennung, dass die Betroffenen als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft beachtet werden; das Vertrauen darin, dass die Entscheider alle wichtigen Belange der Betroffenen berücksichtigen, sowie Vertrauen darauf, dass in Entscheidungssituationen vollständige Informiertheit besteht. Als unfair gelten Abläufe dann, wenn Korruption und „Mauschelei“  vermutet werden.

Fairness hat sehr viel mit Gerechtigkeit zu tun und bildet einen Gegensatz zum eigennützigen Verhalten, das nur den eigenen Vorteil und Gewinn anstrebt. Der Begriff ist auch im Sport weitverbreitet. Fairness zeigt sich in dem Bemühen, die Regeln bewusst unter der Annahme zu beachten, dass ein Spiel erst durch diese Regeln ermöglicht wird. Fairness ist aber mehr als reines Regelbefolgen. Auch der partnerschaftliche Umgang mit dem Gegner gehört dazu, ebenso wie die Fähigkeit, in Sieg und Niederlage Haltung zu bewahren.

Fairness weist einen sehr engen Bezug zur „Goldenen Regel“ auf. Die „Goldene Regel“ ist ein in vielen Kulturen und Religionskreisen verbreiteter und seit Jahrhunderten überlieferter Grundsatz der praktischen Ethik. Im Grundsatz besagt die „Goldene Regel“: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ Bekannter ist sie in ihrer negativen Form: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg’ auch keinem anderen zu.“

Was ist Fairness im Straßenverkehr? Im weitesten Sinne versteht man darunter, dass für alle Menschen dieselben Chancen und Möglichkeiten bestehen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Voraussetzung dafür ist, im öffentlichen Raum mobil zu sein, also die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse befriedigen zu können. Dieser Aspekt betrifft vor allem das Bereitstellen einer Verkehrsinfrastruktur, die den besonders leicht verletzbaren Gruppen wie Kindern, Senioren, Fußgängern im Allgemeinen und Menschen mit Behinderung im Speziellen eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr ermöglicht.

Zu Fairness zählt auch, dass alle Regelverstöße überwacht und einheitlich sanktioniert werden. Vor einer roten Ampel müssen alle Fahrzeuge anhalten, egal wie einflussreich und wohlhabend der Fahrer oder die Fahrerin sein mögen. Zu guter Letzt setzt Fairness einen rücksichtsvollen Umgang der Verkehrsteilnehmer untereinander voraus, der über ein reines Einhalten der Regeln hinausgeht und die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Verkehrsteilnehmer im geteilten Raum anerkennt.


Geteilter Verkehrsraum

Unterschiedliche Verkehrsmittel und Geschwindigkeiten auf Autobahnen

Autobahnen sind Fernverkehrsstraßen, die laut § 18 Abs. 1 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) nur mit Kraftfahrzeugen  und Anhängern befahren werden dürfen, die schneller als 60 km/h fahren können. Sie dienen daher vor allem dem Schnellverkehr und dem Güterfernverkehr. Entsprechend trifft man auf Autobahnen Pkw, Motorräder, Lkw und Transporter an, die sehr unterschiedliche Geschwindigkeiten erreichen können. Ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen gibt es nicht. Jedoch wird eine Richtgeschwindigkeit von maximal 130 km/h empfohlen.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) existierte 2010 auf rund zwei Dritteln der deutschen Autobahnkilometer kein Tempolimit. Auf diesen Abschnitten wurden im Jahr 2011 rund 38 % mehr Verkehrstote je 1.000 km gezählt als auf regulierten Strecken.

Viele Unfälle sind hierbei den extrem unterschiedlichen Geschwindigkeiten zuzuschreiben. Hinzu kommt mangelnder Abstand. Da sich die Möglichkeiten der verschiedenen Verkehrsmittel stark unterscheiden, ist ein partnerschaftliches Verhalten unerlässlich für ein sicheres Verkehrsklima.

Verkehrsexperten treten deshalb für ein gleichmäßigeres Tempo aller Fahrzeuge ein. Die Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen beträgt 130 km/h. Wer sie überschreitet und in Folge einen Unfall verursacht, muss damit rechnen, dass ihm eine Mitschuld angelastet wird.

Grundsätzlich gilt auch auf Autobahnen das Rechtsfahrgebot. Bei drei Fahrspuren je Richtung darf die mittlere Spur durchgängig befahren werden, wenn wegen langsamerer Fahrzeuge ständig ein- und ausgeschert werden müsste. Wer links vorbeifährt, muss deutlich schneller fahren als das überholte Fahrzeug bzw. sollte das Überholmanöver so schnell wie möglich abschließen.

Befinden Sie sich auf der äußerst linken oder mittleren Spur, können Sie durch vorausschauendes Fahren Unfälle vermeiden helfen. Sehen Sie langsamere Fahrzeuge auf der mittleren oder rechten Spur, denen Pkw folgen, müssen Sie damit rechnen, dass die Pkw zum Überholen ausscheren. Durch Reduzieren Ihrer Geschwindigkeit oder den Wechsel der Fahrspur können Sie diesen Vorgang unterstützen.

Unfallgeschehen auf Autobahnen

Die rund 26.000 km Autobahn (beide Fahrtrichtungen) sind eine wichtige Grundlage des überregionalen Verkehrs in Deutschland. Dies zeigt sich an einer durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke von rund 47.000 Fahrzeugen sowie einer Jahresfahrleistung von rund 222 Milliarden Fahrzeugkilometern (2012). Obwohl sie als sehr sicher gelten, trübt der Blick auf die Unfallzahlen das Bild der sicheren Straße. So wurden auf deutschen Autobahnen im Jahr 2013 „nur“ 6,3 % aller Unfälle mit Personenschaden, doch immerhin 12,8 % aller Getöteten gezählt. An dieser Verteilung wird besonders deutlich, dass Autobahnunfälle unter anderem wegen der höheren Fahrgeschwindigkeiten, aber auch wegen der größeren Geschwindigkeitsunterschiede schlimme Folgen haben. Während 2013 innerorts 5 Getötete auf 1.000 Unfälle mit Personenschaden kamen, lag der entsprechende Wert für Autobahnen bei 23 und für Landstraßen sogar bei 26 Todesopfern.

Besondere Vorsicht ist im Bereich von Baustellen geboten. Verengte oder verschmutzte Fahrbahnen können im Zusammenhang mit hohem Verkehrsaufkommen zu Stress führen. Besonders wichtig sind hier das Einhalten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und die Wahl der richtigen Fahrspur. Kleintransporter oder Geländewagen, die sich auf der linken, meistens schmaleren Spur vorbeizwängen, sind für viele Autofahrer ein Albtraum. Bremsen an Ein- oder Ausfahrten oder bei verschmutzter Fahrbahn ist manchmal nicht zu verhindern. Durch vorausschauendes Fahren und ausreichenden Abstand kann jedoch der Verkehrsfluss für alle Beteiligten sicherer gestaltet werden.

Zwei Drittel der auf Autobahnen Verunglückten waren bei Unfällen auf trockener Fahrbahn oder am Tag zu beklagen. Widrige Straßen- oder Sichtverhältnisse scheiden damit in vielen Fällen als Ursache aus. Menschliches Fehlverhalten ist eine weit häufigere Unfallursache. Die meisten Personen verunfallten montags zwischen 7 und 8 Uhr sowie am frühen Freitagnachmittag, also in akuten Stressphasen des Pendlerverkehrs. Unterstrichen wird dies durch weitere Daten, die sich als Folgen mentaler Belastung deuten lassen: 37 % aller Autobahnunfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen, ereigneten sich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit. Zweithäufigstes Fehlverhalten als Ursache von Personenunfällen war das Unterschreiten des Sicherheitsabstands. Das geflügelte Wort der „Entschleunigung“ bezieht sich meist auf das rasante Tempo unseres Alltagslebens. Wie die Fakten zeigen, ist es im Namen der Verkehrssicherheit dringend geboten, auch auf Autobahnen zu entschleunigen.

Bedürfnisse unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer auf Landstraßen

Auf Landstraßen treffen noch mehr unterschiedliche Verkehrsteilnehmer aufeinander, deren Geschwindigkeiten und Geschwindigkeitsbeschränkungen teilweise stärker voneinander abweichen als auf Autobahnen. Hier bewegen sich Lkw-, Pkw-, Motorrad- und Fahrradfahrer, landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge sowie Reiter und Fußgänger gemeinsam auf einem oft engen Raum. Insgesamt ist das Tempo wesentlich höher als innerorts. Bei stellenweise engen Fahrspuren und mit Gegenverkehr sowie unter häufig schlechten Licht- oder Sichtbedingungen und bei besonderen Witterungseinflüssen kann dies eine gefährliche Kombination ergeben.

Beispielsweise weckt eine maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h für Lkw über 7,5 t bei einigen Pkw-Fahrern den Wunsch, diese Lkw zu überholen – auch wenn der kurvige oder unübersichtliche Straßenverlauf dafür nicht geeignet ist.

Auf Landstraßen prallen unter Umständen die Vorstellungen von jenen, die Fahrvergnügen in der Freizeit suchen, auf den (landwirtschaftlichen) Berufsverkehr. Einige Motorradfahrer sehen sich durch Kurven zum sportlichen Fahren animiert, fühlen sich jedoch durch langsamere Fahrzeuge „ausgebremst“.

Zum bunten Mix der Verkehrsmittel und -teilnehmer gehören außerdem  landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, darunter Traktoren und Mähdrescher, deren  Breite und Länge oft unterschätzt werden. Ebenfalls anzutreffen sind Reiter und Radfahrer, die ohne Knautschzone stärker verletzungsgefährdet sind. Für diese ungeschützten Verkehrsteilnehmer, zu denen auch Fußgänger zählen, gilt: Sind sie auf der Landstraße unterwegs, gehen bzw. fahren sie hintereinander und nicht nebeneinander, sodass Autofahrer vorsichtig und mit Abstand vorbeifahren können. 

Eine weitere Konfliktursache ergibt sich aus der unterschiedlichen Kenntnis des Streckenverlaufs. Ortsfremde fahren auf kurvenreichen Landstraßen unter Umständen etwas langsamer und können somit für Gereiztheit bei anderen sorgen. Umgekehrt ist die Wahrscheinlichkeit bei Ortsansässigen höher, aus Selbstüberschätzung und Routine mit überhöhter Geschwindigkeit zu fahren und nicht mit Wild oder Joggern auf der Strecke zu rechnen.

Verkehrsunfälle auf Landstraßen

Vielen graut es vor einer halbstündigen Fahrt durch den dicht gedrängten Stadtverkehr. Allein der Gedanke an ständiges Abbremsen und Anfahren im zäh fließenden Stop-and-Go der Hauptverkehrszeit und das Gedrängel von Spurwechslern und „Blinkmuffeln“ ruft bei beruflicher Belastung und unter Zeitdruck bei manchen Verkehrsteilnehmern Anspannung oder sogar Aggressionen hervor.

Im Gegensatz dazu verheißt das Fahren auf einer Landstraße, die sich an Wäldern, Feldern und Wiesen vorbeischlängelt, ein Naturerlebnis, Leichtigkeit und größere Fahrfreiheit. Doch die Idylle trügt und täuscht über das höhere Unfallrisiko auf Landstraßen hinweg. Verschiedene Umfragen zur Einschätzung von Gefahren auf Landstraßen zeigen: Das Sicherheitsempfinden und die objektiven Risiken sind oft weit voneinander entfernt.

Die DEKRA e.V. befragte im Jahr 2013 rund 1.400 Autofahrerinnen und -fahrer nach ihrem Sicherheitsempfinden. Die Umfrage ergab, dass sich 93 % der Befragten auf Landstraßen „durchschnittlich sicher“ (55 %) oder „sehr sicher“ (38 %) fühlen. Tatsächlich ist das Risiko, auf einer Landstraße tödlich oder schwer zu verunglücken, jedoch so hoch wie auf keinem anderen Verkehrsweg in Deutschland.

Im Jahr 2013 wurden 1.934 Unfalltote auf Landstraßen gezählt. Dies entspricht einem Anteil von 57,9 % an der Gesamtzahl der Verkehrstoten, obwohl sich hier „nur“ 25,1 % aller Personenunfälle ereigneten.

Einen Verkehrsunfall verschulden stets mehrere Faktoren. Einige davon gehen auf objektive Gefahrenstellen und äußere Einflüsse zurück. Dennoch stehen menschliches Fehlverhalten und Fehleinschätzungen an der Spitze der Unfallursachen. Es ist daher wichtig, über die Unfallgefahren auf Außerortsstraßen aufzuklären und dafür zu sensibilisieren, wie die Risiken durch bewusstes Handeln gesenkt werden können. Ein „gesundes Gefahrenbewusstsein“ ist die Voraussetzung für partnerschaftliches Fahrverhalten. Dazu zählt auch, mit Fahrfehlern anderer zu rechnen.

Der Abstand sollte geschwindigkeitsabhängig so bemessen sein, dass er auch dann noch ausreichend ist, wenn der Vordermann plötzlich bremst.

Auf Landstraßen kommen viele unterschiedliche Herausforderungen zusammen, die uns höchste Konzentration, Selbstbeherrschung und Fairness gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern abverlangen. Wer die Risiken unter- oder sich selbst überschätzt, handelt verantwortungs- und rücksichtslos. Besonders gefährdet, einer falschen Wahrnehmung zum Opfer zu fallen, sind junge Fahrer sowie Fahranfänger, die ihre eigenen Fähigkeiten oft zu hoch einschätzen. Auch Motorradfahrer mit sportlichen Maschinen gelten häufig als risikofreudig.

Auf Landstraßen ist die Anpassung an häufig wechselnde äußere Einflüsse notwendig: So kommen beispielsweise Witterungsverhältnisse außerorts stärker zum Tragen. Wind, Nässe, Nebel oder Glätte wirken sich stärker aus als etwa in einem Wohngebiet, in dem Häuserreihen Schutz bieten und Wärme ausstrahlen.

Aufgrund unterschiedlich dichter Bewaldung etwa können sich die Lichtverhältnisse auf Landstraßen schnell verändern. Auf Straßen, die an Waldgebiete grenzen, müssen Fahrer zudem mit Wildwechsel rechnen.

Da Fahrfehler und das Abkommen von der Fahrbahn schnell zu schweren bis tödlichen Unfällen führen können, ist besondere Vorsicht geboten. Bäume, Mauern und Masten geben beim Aufprall nicht nach und stellen gefährliche Hindernisse dar: Jeder fünfte Getötete bei Verkehrsunfällen in Deutschland ist Opfer einer Baumkollision, auf Landstraßen sogar jeder vierte.

Aber auch mit Hindernissen hinter schlecht einsehbaren Kurven, Kuppen und größeren, die Sicht behindernden Fahrzeugen sollte man jederzeit rechnen, um rechtzeitig reagieren zu können.

Umsichtige Fahrer achten außerdem auf den Zustand des Straßenbelags. Dieser erfordert gegebenenfalls ein Anpassen der Geschwindigkeit. Besonders im Winter können Frostschäden an einigen Stellen zu einer aufgebrochenen Straßendecke führen. Durch landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge können Verschmutzungen auftreten.

Sicherheitsempfinden und objektive Risiken

Eine repräsentative Befragung im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) unter 1.500 Autofahrenden im Jahr 2013 ergab folgendes Bild: Auf der Autobahn wurden Drängler, Spurwechsel und Staus als die größten Gefahren in Verbindung mit einer zu hohen oder nicht angepassten Geschwindigkeit empfunden. Auf Landstraßen nahmen die Befragten im selben Zusammenhang Überholvorgänge, Kurven und Wildwechsel als besonders gefährlich wahr.

Rund 38 % der Befragten waren der Meinung, dass die Gefahr eines tödlichen Unfalls durch Überschreiten der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit oder eine nicht angepasste Geschwindigkeit auf Autobahnen und Landstraßen gleich hoch sei. Etwa jeder Dritte (37 %) hielt die Gefährdung auf Landstraßen für größer. Jeder Vierte (24 %) sah die größeren Gefahren auf der Autobahn.

Laut Unfallstatistik 2013 wurde „Fehlverhalten des Fahrzeugführers“ in 25.486 Fällen als Ursache für Autobahnunfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen, ermittelt. 27,6 % der beteiligten Fahrer waren mit nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs gewesen.

Für Landstraßen liegt der entsprechende Anteil bei 24,7 %. Hier wurde nicht angepasste Geschwindigkeit in 21.832 Fällen registriert.

Einer Umfrage der DEKRA e.V. zufolge fürchten Autofahrer auf Landstraßen hauptsächlich die Gefahr eines Wildunfalls (72 %), die tatsächlich jedoch relativ gering ist. Im Jahr 2013 ereigneten sich laut Statistik auf Landstraßen außerorts 2.336 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, weil Wild- oder andere Tiere die Fahrbahn kreuzten. Das entspricht einem Anteil von  3,2 % an allen Landstraßenunfällen, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden.

Unbehagen wegen scharfer Kurven auf Landstraßen äußerten 19 % der Befragten. Im Jahr 2013 ereigneten sich 26,6 % der insgesamt 73.003 Landstraßenunfälle, bei denen Personen verunglückten, im Bereich einer Kurve. 704 Menschen kamen dabei ums Leben, das war knapp jeder dritte Getötete auf Landstraßen. Oft ist überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache.

Baumunfälle, bei denen das Fahrzeug auf einen Baum in Straßennähe prallt, machten im Jahr 2013 rund 11,7 % der Personenunfälle auf Landstraßen aus. Dabei kamen 507 Menschen ums Leben. Jeder vierte Verkehrstote auf Landstraßen war somit auf eine Kollision mit einem Baum zurückzuführen. Angst vor einem solchen Unfall äußerten 10 % der Befragten.

Besonderes Risiko: Unfälle beim Überholen

Verbotswidriges Überholen ist kein Kavaliersdelikt und sehr gefährlich – Überholmanöver sind die zweithäufigste Unfallursache auf Landstraßen. Eine Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Jahr 2014 analysierte Überholunfälle auf Landstraßen mit einer Fahrspur je Richtung und kam zu folgenden Ergebnissen:

  • Die meisten Unfallbeteiligten (76 %) mit einer Teilschuld waren Pkw-Fahrer, 16 % Motorrad- und 8 % Lkw-Fahrer.
  • Bei jedem zweiten Überholunfall wird trotz Gegenverkehrs oder unklarer Verkehrslage überholt.
  • Die meisten Überholunfälle (72 %) geschehen in Abschnitten mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Je niedriger die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, desto geringer sind Unfallrisiko und Unfallschwere.
  • Etwa 71 % der Unfälle ereigneten sich im Einflussbereich von Kurven. Je enger die Kurven sind, desto mehr Überholunfälle konnten festgestellt werden. Bei mehr als zwei Dritteln dieser Kurven waren zudem keine Überholverbote angeordnet.
  • Rund 70 % der Überholunfälle passierten bei Sichtweiten, die für den sicheren Abschluss des Überholvorgangs nicht ausreichen.

Um das Gefahrenrisiko beim Überholen zu senken, sind folgende Punkte zu beachten:

  • Verzichten Sie auf Überholmanöver in kurvigen Abschnitten, bei Gegenverkehr und wenn die Verkehrslage unklar ist.
  • Die frei einsehbare Strecke muss ungefähr doppelt so lang sein wie die Strecke, die zum Überholen zurückgelegt werden muss.
  • Gerade Motorradfahrer müssen bei Überholmanövern darauf achten, dass sie gut sichtbar sind und nicht im „toten Winkel“ verschwinden – Motorradfahrer sind fünfmal häufiger als alle anderen Verkehrsteilnehmer zusammen in Überholunfälle involviert, bei denen Menschen getötet oder verletzt werden. Laut Recherchen der UDV war das Motorrad oft wesentlich schneller als der Unfallgegner, sodass keiner der Unfallbeteiligten vor dem drohenden Aufprall eine Chance hatte zu reagieren.
  • Beschleunigen Sie daher niemals, wenn Sie überholt werden – das ist verboten und kann den Überholenden in Gefahr bringen.

Umsichtige Lkw- und Busfahrer vermeiden „Elefantenrennen“, bei denen der Überholende kaum schneller als der Überholte ist. Abgesehen davon, dass dies besonders bei Steigungen ärgerlich und gefährlich sein kann, sieht die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) vor: Überholen darf nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende fährt – das gilt auch für Lkw.


Verstehen und Mitgestalten

Angepasste Geschwindigkeit

Im Jahr 2013 war „Abkommen von der Fahrbahn“ mit 33,3 % die häufigste Unfallart auf Autobahnen oder Landstraßen. Kontrollverlust über das eigene Fahrzeug steht oft in Verbindung mit zu schnellem Fahren. Häufigstes Fehlverhalten von Auto-, Motorrad- oder Fahrradfahrern außerorts war eine der Verkehrssituation nicht angepasste Geschwindigkeit. Verkehrsexperten und Unfallforscher sind sich einig, dass eine Reduzierung der Geschwindigkeit die Verkehrssicherheit maßgeblich erhöhen kann.

Laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) darf ein Fahrzeugführer nur so schnell fahren, dass er sein Fahrzeug ständig beherrscht. Um dies sicherzustellen, sind mehrere innere und äußere Faktoren zu berücksichtigen.

Erstens müssen Fahrer ihre persönlichen Fähigkeiten korrekt einschätzen: Dazu gehören neben Erfahrung und Reaktionsvermögen auch der Gemüts- und Gesundheitszustand.

Zweites Kriterium ist die Straße: Gibt es Kurven oder Kuppen? Wie breit ist die Fahrbahn oder die Fahrspur? Wird die Fahrbahn durch eine Baustelle verengt? Sind Markierungen gut sichtbar? Je schmaler und kurvenreicher die Fahrbahn und je unübersichtlicher die Strecke, desto stärker ist die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Schilderbrücken mit dynamischen Anzeigen auf Autobahnen berücksichtigen die Gesamtverkehrslage. Wenn Autos und Motorräder eine Landstraße befahren, auf der sich auch Radfahrer und Fußgänger bewegen, müssen Kraftfahrzeuge ihre Geschwindigkeit so weit senken, dass die ungeschützten Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden.

Dritter Prüfstein sind die Witterungsverhältnisse und die daraus resultierende Sicht. Viertens hängt die Wahl der Geschwindigkeit vom Fahrzeug, dessen Fahrtüchtigkeit und Ladung ab.

Eine partnerschaftlich angepasste Geschwindigkeit ist also die Geschwindigkeit, die all jene Gegebenheiten berücksichtigt.

Straßenverkehrs-Ordnung (StVO),
§ 3 Geschwindigkeit

Außerhalb geschlossener Ortschaften

(3) Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt auch unter günstigsten Umständen außerhalb geschlossener Ortschaften

80 km/h für

  • Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 t bis 7,5 t, ausgenommen Personenkraftwagen,
  • Personenkraftwagen mit Anhänger,
  • Lastkraftwagen und Wohnmobile jeweils bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 t mit Anhänger sowie
  • Kraftomnibusse, auch mit Gepäckanhänger,

60 km/h für

  • Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse über 7,5 t,
  • alle Kraftfahrzeuge mit Anhänger, ausgenommen Personenkraftwagen, Lastkraftwagen und Wohnmobile jeweils bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 t, sowie
  • Kraftomnibusse mit Fahrgästen, für die keine Sitzplätze mehr zur Verfügung stehen,

100 km/h für Personenkraftwagen sowie für andere Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse bis 3,5 t.

Autobahnen

Diese Geschwindigkeitsbeschränkung gilt nicht auf Autobahnen (Zeichen 330.1) […]

Laut Richtgeschwindigkeitsverordnung wird jedoch für Pkw, Lkw bis 3,5 t und Motorräder ein Tempo von 130 km/h empfohlen.


Psychologischer Faktor bei Regelbrüchen

Nach einem Autobahnstück ohne Geschwindigkeitsbeschränkung kündigen Schilder einen Abschnitt mit Tempolimit von 100 km/h an. Bremsend lässt die Mehrzahl der Fahrer den Tacho nicht etwa bei 100 km/h, sondern bei 105 km/h einpendeln. Ausschlaggebend ist der bekannte Toleranzabzug bei Geschwindigkeitsmessungen, den sich viele als Spielraum „gönnen“. Das erlaubte Höchsttempo knapp zu überschreiten, scheint fast magische Anziehungskraft zu haben.

Die hohe gesellschaftliche Toleranz gegenüber Geschwindigkeitsüberschreitungen lässt sich auch an Verkehrsmeldungen vieler Radiosender ablesen. „Blitzerwarnungen“ sind fester Bestandteil des Programms. In Internetforen triumphieren die einen, weil ein Messfehler zu ihren Gunsten ausgelegt wurde. Die anderen fühlen sich ungerecht behandelt, wenn der Toleranzabzug – ihrer Meinung nach – nicht angewendet wurde. Dabei vertreten viele Kraftfahrer die Meinung, es handele sich bei den Bußgeldern um ein ungerechtfertigtes „Geschäft“.

Dem liegt ein fundamentaler Irrtum zugrunde: Eine Geschwindigkeitsbeschränkung weist nicht die ideale Geschwindigkeit aus, sondern die maximal zulässige – auf Grundlage des Unfallgeschehens und der berechneten Unfallrisiken eines Streckenabschnitts. Zudem basiert diese Grenzsetzung auf der Annahme von optimalen Fahrbedingungen und Fahrervoraussetzungen.

Zu überlegen ist daher nicht, wie sehr man die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ohne Strafe überschreiten kann. Es ist  fairer, rücksichtsvoller und sicherer für die anderen Verkehrsteilnehmer, nicht einmal diese Grenzen auszureizen. Sind alle Bedingungen dafür gegeben, kann man tatsächlich „ans (Tempo-)Limit“ gehen – Fair Play heißt jedoch, es genau dabei zu belassen.

Einfühlungsvermögen und Perspektivwechsel

Wann immer mehrere Verkehrsteilnehmer einen Verkehrsweg gemeinsam nutzen, ist es notwendig, sich in die Perspektive der anderen zu versetzen. Rücksichtsvolles Fahren bedeutet, die Bedürfnisse und Möglichkeiten der anderen Verkehrsteilnehmer in das eigene Handeln einzubeziehen. In den meisten Fällen ist unfaires Verhalten nicht beabsichtigt, sondern schlichtweg unüberlegt und dem mangelnden Bewusstsein für die Perspektive anderer geschuldet.

Umsichtige Fahrer können versuchen, sich ihr eigenes Verhalten stärker vor Augen zu halten und anderen Verkehrsteilnehmern bei Fehlverhalten keine böse Absicht zu unterstellen.

Beispiel 1: Sicherheitsabstand

In einem Experiment wurden mehrere Autofahrer gebeten, im Kreis hintereinander zu fahren. Dann sollten sie anhalten und einen Abstand zu dem Vorausfahrenden einnehmen, der ihnen angemessen erschien. Die Fahrer wurden befragt, wie sie den Abstand des Autos hinter sich einschätzten.

Im Ergebnis empfanden fast alle den Abstand des nachfahrenden Autos als zu gering und fühlten sich bedrängt. Als sie jedoch ausstiegen und die Distanzen nach hinten und nach vorne verglichen, wurde klar, dass sie ähnlich dicht aufgefahren waren.

Ein eng auffahrender Wagen kann großen Stress beim Fahrer des vorausfahrenden Fahrzeugs erzeugen. Wenn im Rückspiegel plötzlich Scheinwerfer aufblenden, wirkt dies bedrohlich und kann den „unter Druck gesetzten“ Fahrer verunsichern. Der „drängelnde“ Fahrer mag dies gar nicht beabsichtigen. In Gedanken verloren nähert er sich dem vorausfahrenden Wagen immer weiter.

Welcher Sicherheitsabstand entspricht der Vorschrift? Laut § 4 (1) der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)  muss der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug so groß sein, dass man auch beim plötzlichen Bremsen des Vorausfahrenden sicher zum Stehen kommt. Wer vorausfährt, darf nicht ohne zwingenden Grund stark bremsen.

Trotzdem ist ein ungenügender Sicherheitsabstand nach überhöhter Geschwindigkeit eine der häufigsten Unfallursachen auf Außerortsstraßen. Im Namen der Fairness ist es daher unerlässlich, sich die Länge des Bremsweges vor Augen zu halten – besonders bei hohen Geschwindigkeiten.

Bei doppelter Geschwindigkeit vervierfacht sich nicht nur der Bremsweg, sondern auch die Wucht des Aufpralls.

Es gibt mehrere Faustregeln, die Aufschluss über einen angemessenen Abstand geben. Der Mindestabstand für Lkw ab 3,5 t auf Autobahnen beträgt ab 50 km/h wenigstens 50 Meter. Die Leitpfosten am Straßenrand helfen beim Abschätzen der Strecke: Sie stehen im Abstand von 50 Metern.

Helfen kann auch die „2-Sekunden-Regel“. Merken Sie sich einen Punkt, den der Vorausfahrende passiert, und zählen Sie die Sekunden, bis Sie diesen Punkt selbst erreichen. Der Mindestabstand entspricht etwa zwei Sekunden.

Beispiel 2: „Lichthupe“

Eine Umfrage der Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) ergab, dass 82 % der Befragten einem „langsamen“ Fahrer auf der linken Spur per Lichthupe oder Blinken signalisieren würden, dass er „den Verkehr behindere“. Außerhalb geschlossener Ortschaften darf man laut § 5 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) zwar die Lichthupe verwenden, um anzuzeigen, dass man überholen möchte. Wird die Lichthupe als Überholsignal jedoch überstrapaziert und der Mindestabstand unterschritten, handelt es sich um strafbare Nötigung und eine Gefährdung der Verkehrssicherheit.

Doch auch ohne „genötigt“ zu werden, empfinden es viele als unangenehm oder als Kritik am eigenen Fahrstil, wenn sie die Lichthupe eines anderen Fahrzeugs im Rückspiegel sehen.

Wenn Sie das nächste Mal ungeduldig aufblinken wollen, halten Sie einen Moment inne und versetzen sich in den Fahrer des Wagens vor Ihnen. Schon dieser kurze Augenblick kann sich auszahlen. Wahrscheinlich wird er von selbst die linke Fahrspur frei machen, sobald er Sie bemerkt hat.

Beispiel 3: Sichtbarkeit

Manche Zweiradfahrer und Fußgänger wissen nicht, wie sehr sie sich selbst und andere durch mangelnde Sichtbarkeit gefährden. So steigt die Unfallbeteiligung von Fußgängern in den Herbst- und Wintermonaten auch außerorts. Zwischen November und Februar kommen im Schnitt 12 % mehr Fußgänger zu Schaden als in den anderen Monaten.

Eine Online-Umfrage von „Runter vom Gas“ ergab: 40 % der Befragten stört an Radfahrern, wenn diese kaum sichtbar und ohne Licht unterwegs sind. Zweiradfahrer, ob motorisiert oder nicht, können besonders leicht übersehen werden. Der Schreck ist groß, wenn in der Dämmerung plötzlich der Schatten eines Rad- oder Motorradfahrers auftaucht.

Für Sichtbarkeit von Motorradfahrern sorgen neben der Beleuchtung des Motorrads auch von allen Seiten sichtbare, retroreflektierende Materialien auf der Motorradschutzkleidung oder Warnwesten.

Auch Radfahrer können sich durch retroreflektierende Materialien besser kenntlich machen – zusätzlich zur vorschriftsmäßigen Beleuchtung mit weißer Frontleuchte und rotem Rücklicht, weißem Front- und rotem Heckreflektor sowie Reflektoren an Speichen und Pedalen.


Praktische Handlungshilfen

Fokus auf die Straße

Nach Angaben des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) ist Ablenkung die am stärksten zunehmende Unfallursache und inzwischen für jeden dritten Verkehrsunfall verantwortlich. Fairer Umgang im Straßenverkehr heißt daher auch, Ablenkungsfaktoren bewusst zu vermeiden. Dies betrifft Reize wie laute Musik oder intensive emotionale Gespräche, aber auch Telefonate am Steuer von Pkw oder Transporter – auch mit Freisprechanlage. Radfahrer werden durch Musikhören und Telefonieren über Kopfhörer ebenfalls stark abgelenkt.

Wird das Navigationsgerät vor Fahrtantritt programmiert, kann das Unfallrisiko durch  Ablenkung während der Fahrt deutlich reduziert werden. Telefonieren lenkt auch mit Freisprechanlage stark von der Fahraufgabe ab. Am sichersten ist es deshalb, an einem geeigneten Ort anzuhalten und das Telefongespräch in Ruhe zu führen.

Gedanken beanspruchen Aufmerksamkeit, die dringend auf die Straße zu richten ist. Deshalb empfiehlt es sich nicht, den Arbeitstag vor dem geistigen Auge bereits auf dem Weg ins Büro vorzubereiten, sondern die Gedanken daran beim Fahren auszublenden. Wird die Fahraufgabe abwechselnd auf mehrere Fahrer verteilt, kann die Eintönigkeit der täglich gleichen Strecke verringert werden.

Aufmerksam sein

In der Filmkomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ steckt der Hauptdarsteller in einer Zeitschleife fest und erlebt immer wieder exakt denselben Tag. Viele Pendler, die längere Strecken zur Arbeit zurücklegen, haben ebenfalls mit dem Gefühl der Monotonie zu kämpfen.

Gerade der wohlvertraute Arbeitsweg oder längere, eintönige Strecken verführen zu Nebentätigkeiten beim Fahren und lenken die Aufmerksamkeit auf Dinge, die nichts mit dem Straßenverkehr zu tun haben. Sowohl auf Landstraßen als auch auf Autobahnen gilt, jederzeit mit unvorhersehbaren oder sich abrupt ändernden Verkehrssituationen zu rechnen.

Auf Rastplätzen ist die volle Aufmerksamkeit und Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer gefordert. Pkw-Fahrer, die Lkw-Stellplätze nicht blockieren, tragen dazu bei, dass Fernfahrer ihre Ruhezeiten einhalten können.

Wenn Lkw-Fahrer ausgeruht und fit sind, profitieren alle davon: Es erhöht die Verkehrssicherheit auf allen Straßen, auch innerorts. Können Lkw-Fahrer die für sie ausgewiesenen Flächen nutzen, kommen sie nicht in Versuchung, verbotenerweise in den Ein- und Ausfahrten der Rastanlagen zu parken.

Dort falsch geparkte Lkw können schwere Unfälle verursachen, etwa wenn ein Motorradfahrer einen Lkw in der Einfahrt einer Rastanlage zu spät bemerkt oder ein ausparkender Pkw von einem Lkw verdeckt und deshalb übersehen wird.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Besonders wenn es darum geht, praktische Fähigkeiten zu erwerben, lernen Menschen auch durch das Nachahmen von Vorbildern und durch ständiges Üben. Indem man vorbildlich handelt, hat man also die Chance, andere zu mustergültigem Verhalten zu motivieren. Besonders in Gefahrensituationen kann dies eine positive Kettenreaktion auslösen.

Nach einem Unfall zählt jede Minute. Einsatzfahrzeuge müssen daher schnellstmöglich zum Unfallort vordringen können. Vorrang haben Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und sonstige Fahrzeuge mit Sonderrechten. 

Wer auf der Autobahn auf der äußerst linken Spur fährt, bewegt sich zur Bildung einer Rettungsgasse gemäß § 11 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) so weit wie möglich nach links und ermöglicht den Einsatzfahrzeugen das Passieren. Wer sich auf der mittleren oder rechten Fahrspur befindet, weicht nach rechts aus.

Rücksichtsvolle und umsichtige Fahrer denken bereits bei zäh fließendem Verkehr an den Fall der Fälle. Stehen die Fahrzeuge im Stau zu dicht gedrängt, ist kein Ausweichen mehr möglich. Deshalb ist es wichtig, trotz Ungeduld auch im Stau nicht zu dicht auf das Fahrzeug vor Ihnen aufzurücken.

Wenn Sie Fahrzeuge mit Sondersignalen hören oder sehen, handeln Sie wie folgt:

  • Verringern Sie Ihre Geschwindigkeit.
  • Versuchen Sie herauszufinden, aus welcher Richtung die Einsatzfahrzeuge kommen.
  • Setzen Sie den Blinker, um den Verkehrsteilnehmern und Rettungsfahrzeugen eindeutig zu zeigen, wohin Sie ausweichen.
  • Halten Sie im Zweifelsfall an und richten Sie Ihr Fahrzeug möglichst parallel zur Fahrtrichtung aus.
  • Halten Sie ausreichend Abstand zum Fahrzeug vor Ihnen.
  • Lassen Sie, wenn möglich, den Seitenstreifen frei.
  • Achten Sie vor der Weiterfahrt darauf, ob noch weitere Einsatzfahrzeuge folgen.

Der Seitenstreifen bringt im Notfall kostbare Minuten für Rettungsfahrzeuge. Laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) sind diese Bereiche kein Bestandteil der Fahrbahn und müssen für Notfälle frei gehalten werden. Das Halten auf Seitenstreifen ist – außer im Pannenfall – verboten. Auch wenn die Ausfahrt nur 300 Meter entfernt ist, missbrauchen faire Verkehrsteilnehmer den Seitenstreifen nicht, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Wer den Seitenstreifen auf der Autobahn zum Vorwärtskommen benutzt, nimmt ein Bußgeld von 75 Euro und einen Punkt im Fahreignungsregister in Kauf.

Vorausschauend handeln

Gerade bei schnelleren Geschwindigkeiten auf Autobahn und Landstraße sichern

vorausschauendes Denken und Fahren den Verkehrsfluss, verhindern angespannte Situationen und tragen zur Sicherheit aller bei.

Ein Beispiel: Sie fahren auf der rechten Spur einer Autobahn und nähern sich einem Einfädelungsstreifen. Ein Lkw möchte von diesem Beschleunigungsstreifen auf die Autobahn wechseln.

Umsichtige Fahrer prüfen, ob die linke Spur frei ist, und wechseln frühzeitig, um dem Lkw das Einfädeln zu ermöglichen. So gerät der Lkw-Fahrer nicht unter Druck, am Einfädelungsstreifen anhalten zu müssen, und kann reibungslos auf die Autobahn auffahren.

Ähnliche Weitsicht können Sie beweisen, wenn Sie auf der mittleren Spur fahren. Sehen Sie Fahrzeuge vor sich auf der rechten Spur, die sich einem Lkw nähern, rechnen Sie damit, dass jemand von rechts herüberwechselt. Um ihm den Spurwechsel zu erleichtern, schauen Fahrer der mittleren Spur, ob die linke Fahrbahn frei ist, und wechseln, wenn möglich, dorthin.

Jeder macht Fehler

Ein chinesisches Sprichwort weist treffend auf eine menschliche Schwäche hin: „Nur mit den Augen der anderen kann man die eigenen Fehler gut sehen.“ Viele Menschen ärgern sich, wenn sie Fehler anderer beobachten, völlig unabhängig davon, ob sie selbst ähnliche Fehler machen. Wut schadet vor allem uns selbst, versetzt den Körper in Aufruhr und bündelt Aufmerksamkeit, die dringend für die Straße gebraucht wird.

Wenn man sich hingegen selbst bei einem Fehler oder einer Unaufmerksamkeit ertappt, ist man peinlich berührt. Wir hoffen auf Nachsicht oder darauf, dass niemand unseren Fehltritt bemerkt. Denn eigentlich wissen wir alle, dass wir Fehler machen.

Ein geeignetes Gegenmittel ist, Wut gar nicht erst aufkommen zu lassen und stattdessen genauso viel Verständnis aufzubringen, wie man es sich selbst von anderen wünschen würde. Denn indem man wütend auf Fehler

reagiert, setzt man eine Spirale in Gang. Psychologen raten deshalb dazu, sich in die andere Person hineinzuversetzen. Bereits während man über die Motive des „Schuldigen“ grübelt, lässt der Ärger nach. Eine forsa-Umfrage im Auftrag der Versicherung CosmosDirekt im Jahr 2012 ergab, dass sich 86 % der Befragten über Raser und Drängler aufregen.

Unter diesen sind sicher auch einige „Rowdies“, doch die meisten stehen einfach unter Stress. Vielleicht drängelt der Hintermann gar nicht absichtlich, sondern war in Gedanken schon beim Wochenendeinkauf, der nach der Arbeit erledigt werden muss.

Die denkbar schlechteste Reaktion wäre, sich von einem Raser dazu verleiten zu lassen, ebenfalls Gas zu geben und vermeintliche „Kräfte zu messen“. Lassen Sie ihn vorbeiziehen und atmen Sie tief durch.

In der Ruhe liegt die Kraft

Die Herkunftsgeschichte dieses Sprichwortes ist unbekannt. Dennoch ist es in vielen verschiedenen Kulturkreisen überliefert und heute aktueller denn je. Es ist kein Zufall, dass sich Yoga, Achtsamkeitstraining und Meditation großer Beliebtheit erfreuen.

Gerade in Stresssituationen schlägt Murphys Gesetz zu, das besagt: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ So auch auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit. In der Eile landete das Marmeladenbrot mit der falschen Seite auf dem Boden, der eilige Schluck aus der Kaffeetasse hat die Zunge verbrüht. Kaum im Auto, piept das Smartphone pausenlos und plötzlich schert ein Motorradfahrer vor einem ein – was für ein Glück, wir haben gerade noch rechtzeitig gebremst. Spätestens jetzt wird klar: Um sich selbst zu schonen und sicher ans Ziel zu gelangen, muss man bewusst entschleunigen und einen kühlen Kopf bewahren.

Versuchen Sie daher, ruhig zu bleiben. Manche fühlen sich persönlich angegriffen, wenn sie ein Pkw- oder Motorradfahrer beim Einscheren auf der Autobahn schneidet oder die Fahrspur wechselt, ohne zu blinken. Doch anstatt sich den Kopf zu zerbrechen, was uns der andere durch sein Verhalten sagen möchte – mangelnden Respekt, Kritik am eigenen Fahrstil –, besinnt man sich auf sich selbst.

Psychologischen Ratgebern zufolge sind die drei Haupt-elemente der Gelassenheit: Das hinzunehmen, was nicht zu ändern ist! Das zu ändern, was zu ändern ist! Und den Unterschied zwischen beidem zu erkennen.

Das als störend empfundene Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer auf Autobahn oder Landstraße können Sie nicht ändern, nur hinnehmen. Bleiben Sie also besonnen und tragen Sie selbst so gut es geht durch partnerschaftliches Verhalten zum angenehmen Verkehrsklima bei. So machen Sie es den anderen und sich selbst einfacher, gelassen zu bleiben und sicher ans Ziel zu kommen.


Lkw- und Transporterfahrer

Geschwindigkeit und Abstand

Der Warenverkehr auf Autobahnen und Landstraßen ist häufig mit engen Zeitplänen unterwegs. Wer ein Fahrzeug führt, darf dennoch nur so schnell fahren, dass er das Fahrzeug ständig beherrscht. Bei der Wahl der angemessenen Geschwindigkeit sind unter anderem Verkehrslage, Witterungsbedingungen, Straßenführung und Fahrbahnbeschaffenheit zu beachten. Auch die Beladung spielt eine wichtige Rolle.

Geschwindigkeit und Abstand müssen so gewählt sein, dass Sie stets sicher reagieren können, etwa, wenn der Vordermann plötzlich bremst. Auf Autobahnen gilt für Lkw und Transporter ab 3,5 t eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Auf Landstraßen dürfen Lkw und Transporter zwischen 3,5 t und 7,5 t maximal 80 km/h fahren. Für Lkw über 7,5 t liegt das Tempolimit auf Landstraßen bei 60 km/h.

Abstand ist ein wesentlicher Faktor für die Sicherheit, kann aber auch eine andere Wirkung haben: Pkw- und Motorradfahrer könnten sich bedroht fühlen und verunsichert reagieren, wenn die Front eines dicht auffahrenden Lkw oder Sattelschleppers groß im Rückspiegel erscheint. Der Mindestabstand für Lkw und Transporter ab 3,5 t auf Autobahnen beträgt ab 50 km/h wenigstens 50 Meter. Helfen können die Leitpfosten am Straßenrand: Sie stehen im Abstand von 50 Metern.

Eine weitere Hilfestellung bietet die „2-Sekunden-Regel“. Merken Sie sich einen Punkt, den der Vorausfahrende passiert, und zählen Sie die Sekunden, bis Sie diesen Punkt selbst erreichen. Der Mindestabstand entspricht etwa 2 Sekunden.

Rechtsfahrgebot und Überholen

Hartnäckig hält sich der Mythos, die Mittelspur auf der Autobahn diene nur zum Überholen von langsameren Fahrzeugen auf der rechten Spur. Bei drei Spuren oder mehr je Richtung darf die Mittelspur durchgängig befahren werden, wenn wegen langsamerer Fahrzeuge auf der rechten Spur ständig aus- und eingeschert werden müsste. Für Lkw besteht auf einigen Autobahn- oder Landstraßenabschnitten Überholverbot. Vor dem Überholen sollten Sie sich deshalb versichern, dass das Überholen gestattet, die Überholspur (auf Autobahnen) bzw. die Gegenspur (auf Landstraßen) frei ist und sie – innerhalb der Tempolimits – sicher eine deutlich höhere Geschwindigkeit aufbauen können als das zu überholende Fahrzeug. Angemessen ist eine Differenz von mindestens 10 km/h.

Sogenannte „Elefantenrennen“, also zeitaufwendige Lkw-Überholvorgänge bei niedrigen Geschwindigkeitsunterschieden, behindern andere Verkehrsteilnehmer – insbesondere vor und an Steigungen. Dabei ist der Zeitgewinn, selbst bei großen Transportentfernungen, vernachlässigbar gering.

Rechtzeitiges Blinken vor und während des Aus- bzw. Wiedereinscherens, das Beobachten des nachfolgenden Verkehrs und ausreichender Abstand zum überholten Fahrzeug beim Einscheren bringen Sicherheit für alle. Auch der „tote Winkel“ muss beim Überholen einkalkuliert werden. Moderne Fahrerassistenzsysteme, etwa der Spurwechselassistent, sowie zusätzliche Spiegel bringen weiteren Sicherheitsgewinn.

Besonders beim Vorbeifahren an Fußgängern oder Fahrradfahrern, etwa auf Landstraßen, ist ausreichender Seitenabstand wichtig. Lkw und Transporter können einen starken Sog erzeugen, der für ungeschützte Verkehrsteilnehmer lebensgefährlich sein kann. Bedenken Sie dies auch, wenn Sie auf der Autobahn Fußgänger am Straßenrand sehen. Im Zweifel, etwa auf schmalen Landstraßen, gilt: Warten Sie, bis ein sicheres Überholen möglich ist.

Auch als Überholter kann man zur Sicherheit des Vorgangs beitragen und partnerschaftlich handeln. Fahren Sie möglichst weit rechts und erhöhen Sie Ihre Geschwindigkeit nicht. Halten Sie ausreichend Abstand zum Vorausfahrenden und bleiben Sie achtsam, falls der Überholende überraschend früher einscheren muss.

Ein- und Ausfädeln an Autobahnauffahrten/-abfahrten

Wer den Auf- oder Abfahrenden beim Ein- und Ausfädeln behilflich ist, profitiert auch selbst von einem weichen Verkehrsfluss. Partnerschaftliche Fahrer erleichtern einfädelnden Fahrzeugen das Einordnen, indem sie, sofern gestattet, bei freier Bahn rechtzeitig von der rechten auf die mittlere Spur wechseln.

Bei der Abfahrt von der Autobahn sollten Sie rechtzeitig auf die abzweigende Spur wechseln. Umgekehrt können Sie als Fahrer auf der rechten Spur Weitblick und partnerschaftliches Verhalten unter Beweis stellen, wenn Sie „Nachzügler“ einfädeln lassen.

Schnee und Eis auf Lkw-Dächern

Im Winter entstehen oft unbemerkt Eis- und Schneeansammlungen auf Fahrzeugdächern oder Planen von Lkw oder Transportern. Lösen sich Eis und Schnee während der Fahrt, kann dies zu erhöhtem Unfallrisiko führen. Es ist deshalb unerlässlich, vor Fahrtantritt eventuelle unerwünschte „Dachlasten“ vollständig zu entfernen.

Bundesweit angebotene Räumstellen, etwa auf Autohöfen, ermöglichen ein einfaches Befreien der Fahrzeuge von Schnee- und Eislasten. Eine Liste dieser Räumstellen findet sich auf www.dvr.de/eisundschnee.

Vorausschauend im Stau

Fairness erleichtert das Vorwärtskommen auch im Stau. Beobachten Sie die Bremslichter vorausfahrender Fahrzeuge und reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit. Warnen Sie die nachfolgenden Fahrer bei Bedarf durch Warnblinker. Es ist rücksichtsvoller, auf der eigenen Spur zu bleiben, als in letzter Sekunde hektische Spurwechsel zu beginnen. Stockt der Verkehr, tragen Sie zur allgemeinen Sicherheit bei, indem Sie angegurtet und im Wagen bleiben.

Rücksichtsvolle und umsichtige Fahrer denken bereits bei zäh fließendem Verkehr an eine Rettungsgasse: zwischen der äußerst linken und den übrigen Fahrspuren.

Der Missbrauch des Seitenstreifens als zusätzliche Fahrspur wird mit einem Bußgeld von 75 Euro sowie 1 Punkt im Fahreignungsregister geahndet. Der Seitenstreifen entlang von Autobahnen dient zum Abstellen eines Kraftfahrzeuges im Notfall oder sichert Rettungsfahrzeugen den Zugang zum Unfallort. Je zügiger Polizei, Feuerwehr und Rettungswagen vorrücken können, desto schneller kann die Unfallstelle beseitigt werden und der Verkehr wieder rollen.

Sicher durch Baustellen

Um sicher durch das Nadelöhr zu gelangen, müssen alle am selben Strang ziehen. Bei Spursperrungen wird das Reißverschlussverfahren angewendet: unmittelbar an die Engstelle heranfahren und sich dann im Wechsel in den Verkehr auf der durchgehenden Fahrspur einfädeln.

In Baustellen besteht für Lkw Überholverbot. Sie dürfen dann nur die äußerst rechte Spur befahren. Aufgrund der Fahrzeugbreite müssen auch Transporter meistens die rechte Spur nutzen. Halten Sie stets genügend Abstand nach vorne und ermöglichen Sie anderen das Herüberwechseln. 

Geschwindigkeitsbeschränkungen vor und in Baustellenbereichen dienen auch dem Schutz der dort arbeitenden Personen. Der Beginn der Baustelle erfordert besondere Vorsicht, da hier oft stark gebremst wird und damit das Risiko eines Auffahrunfalls steigt. Vorausschauendes Fahren hilft, dieses Risiko zu senken. Bei niedrigerer Geschwindigkeit können Sie außerdem besser auf Baustellenverkehr reagieren und Verschwenkungen sicherer durchfahren.

Ruhepausen und Rastanlagen

Beim Befahren einer Rastanlage gilt es, das Tempo auf Schrittgeschwindigkeit zu reduzieren und ein- und ausparkenden Fahrzeugen das Rangieren zu ermöglichen.

Auf vielen Rastanlagen gibt es ausgewiesene Lkw-Stellplätze. Auch Autohöfe verfügen über passende Parkflächen. Diese speziellen Flächen ermöglichen es Fernfahrern, die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten und das Risiko von Übermüdung und Sekundenschlaf zu senken. Dort falsch geparkte Lkw, etwa in den Zu- oder Abfahrten von Rastanlagen, können dagegen schwere Unfälle verursachen – etwa wenn ein Motorradfahrer einen falsch geparkten Lkw zu spät bemerkt oder ein ausparkender Pkw von einem Lkw verdeckt und deshalb übersehen wird.

Rücksichtsvolle Fahrer von Lkw oder Transporter achten auf querende Fußgänger, die sich im „toten Winkel“ des Fahrzeugs befinden können. „Tote Winkel“ sind Bereiche, die Sie als Fahrer nicht einsehen können. Vier „tote Winkel“ befinden sich 1) bedingt durch die erhöhte Sitzposition direkt vor dem Fahrzeug, 2) hinter dem Fahrzeug sowie 3) links und 4) rechts in den Bereichen, die nicht durch Schulterblick oder Außenspiegel bzw. Zusatzspiegel eingesehen werden können. Am größten ist der „tote Winkel“ auf der rechten Fahrzeugseite. Nutzen Sie, wenn vorhanden, Fahrerassistenzsysteme und zusätzliche Spiegel, auch beim vorsichtigen Öffnen der Türen.

Auch Disponenten und Fuhrparkleiter können deutlich zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr beitragen: Zeitpolster in der Routen- und Zeitplanung helfen Berufskraftfahrern, sicher ans Ziel zu kommen.

Verständnis für andere

Fahranfänger, aber auch Ortsfremde bewegen sich auf unübersichtlichen Landstraßen möglicherweise langsamer als Ortskundige. Bei anderen Verkehrsteilnehmern kann dies Unverständnis und Ungeduld erzeugen. Setzen Sie unsichere Fahrer nicht noch zusätzlich durch forsches Auftreten, dichtes Auffahren oder fordernde Gesten unter Druck. Die große Front eines Lkw kann auf den Fahrer eines Pkw bedrohlich wirken. Es wird auch Ihre Nerven schonen, wenn Sie Verständnis aufbringen.


Bushaltestellen an Landstraßen

Viele Haltestellen an Landstraßen besitzen eigene Haltebuchten. Oft hält der Bus jedoch auch direkt auf der Straße. Haltestellen erfordern erhöhte Aufmerksamkeit, wenn sich wartende Fahrgäste am Fahrbahnrand bewegen oder Sie vom Steuer Ihres Lkw oder Transporters aus die Wartehäuschen am Straßenrand nicht einsehen können. Reduzieren Sie deshalb Ihre Geschwindigkeit und bleiben Sie bremsbereit.

Fährt der Bus mit Warnblinklicht auf die Haltestelle zu, darf man ihn nicht überholen. Steht der Bus warnblinkend, darf nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden. Dies gilt auch für den Gegenverkehr. Überholverbot besteht außerdem, wenn der Busfahrer an der Haltestelle den Blinker links setzt und die Weiterfahrt ankündigt.

Verhalten am Kreisverkehr

Vor einem „Kreisel“ staut sich oft der Verkehr, was leicht zu einem Auffahrunfall führen kann. Es ist deshalb ratsam, beim Zufahren auf einen Kreisverkehr die Geschwindigkeit frühzeitig zu reduzieren. „Vorfahrt gewähren“-Schilder, die an den Zufahrten eines Kreisverkehrs angebracht sind, sichern den Fahrern im „Kreisel“ die Vorfahrt. Die Mittelinsel eines Kreisverkehrs darf nicht befahren und innerhalb des Kreisverkehrs darf nicht ohne zwingenden Grund angehalten werden.

Beim Ausfahren haben alle querenden Fußgänger Vorrang. Radfahrer, die weiter im Kreis fahren wollen, haben ebenfalls Vorfahrt – Vorsicht vor Radfahrern im „toten Winkel“!

Wer in einen Kreisverkehr hineinfährt, darf nicht blinken. Das Verlassen des „Kreisels“ ist dagegen durch Blinken anzukündigen. Sind am Kreisrondell weder ein Kreisverkehr-Zeichen noch „Vorfahrt gewähren“-Schilder aufgestellt, handelt es sich um eine normale Kreuzung. In diesem Fall gilt für alle: rechts vor links.

Lärmschutz

Straßenverkehrslärm ist besonders an Autobahnen und Landstraßen belastend für die Anwohner. Zeitlich eingeschränkte Tempolimits, beispielsweise von 22 bis 6 Uhr, sollen deshalb zur Lebensqualität und Gesundheit der Anwohner beitragen.  Rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmer halten sich daran.

Besondere Risiken auf Landstraßen

Auf Landstraßen kommen hohe Geschwindigkeiten, Gegenverkehr und Überholmanöver zusammen. Verkehrsteilnehmer mit stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten teilen sich die vergleichsweise engen Fahrbahnen. Rechnen Sie besonders bei unübersichtlicher Straßenführung damit, dass Sie vom Gegenverkehr geblendet werden oder entgegenkommende Fahrzeuge in Ihre Fahrspur eindringen. Fahren Sie Kurven aus, anstatt sie zu schneiden. Hinter Kurven oder Kuppen können sich Hindernisse oder langsame Fahrzeuge wie Traktoren oder Landmaschinen befinden. Die Gefahr eines Auffahrunfalls ist hier besonders hoch.

Aufgrund der höheren Geschwindigkeiten steigt das Unfallrisiko besonders im Vergleich zum Innerortsverkehr um ein Vielfaches, wenn die Sicht durch Nebel, Dämmerung oder Dunkelheit eingeschränkt ist. Regen, Schnee oder überfrierende Nässe, etwa auf Brücken oder an Waldschneisen, sowie Schmutz im Ausfahrtenbereich von Waldwegen oder Feldern erfordern eine umsichtige und vorausschauende Fahrweise mit angepasster, reduzierter Geschwindigkeit.

Alleen/Baumunfälle

Jeder fünfte Unfalltote ist Opfer einer Baumkollision, auf Landstraßen sogar jeder vierte. Passen Sie daher auf Landstraßenabschnitten, die durch Alleen oder Wälder führen, Ihre Geschwindigkeit an und verzichten Sie auf riskantes Überholen. Sofern Ihr Fahrzeug nicht über Tagfahrlicht verfügt, können Sie, um die Sichtbarkeit in Alleen und auf Landstraßen durch Waldgebiete auch tagsüber zu erhöhen, das Abblendlicht einschalten. Lkw- und Transporterfahrer müssen sich zudem der Gefahren durch Baumberührungen in Alleen sowie des besonderen Unfallrisikos auf schmalen Landstraßen bewusst sein. Reduzieren Sie bei Begegnungen mit entgegenkommenden Fahrzeugen im Zweifel Ihre Geschwindigkeit und denken Sie daran, dass die Straßenränder entlang mancher Landstraßen nicht befestigt sind.  

Wildunfälle

Da Landstraßen häufig an Waldgebiete grenzen, müssen Kraftfahrer gerade in der Dämmerung mit Wildwechseln rechnen.

Seien Sie deshalb besonders aufmerksam und drosseln Sie Ihre Geschwindigkeit, wenn Sie Waldstücke passieren. Sehen Sie ein Tier auf der Straße, reduzieren Sie die Geschwindigkeit und blenden das Fernlicht ab. Ist ein Zusammenprall mit Wild unvermeidbar, bremsen Sie stark und halten dabei die Spur.

Kollisionen mit dem Gegenverkehr oder mit Bäumen am Straßenrand hätten die deutlich schwerwiegenderen Folgen. Anschließend ist die Unfallstelle mit Warnblinker und Warndreieck zu sichern. Tragen Sie stets eine Warnweste, wenn Sie das Fahrzeug verlassen. Das Tier sollte nur dann mit Handschuhen und Warnweste von der Straße entfernt werden, wenn es sicher tot ist. Gibt das Tier noch Lebenszeichen, sollten Sie es auf keinen Fall anfassen, denn es könnte sich verteidigen wollen. Nach einem Wildunfall ist die Polizei zu verständigen.


Pkw- und Motorradfahrer

Geschwindigkeit und Abstand

Gefahrenbewusstsein ist eine Voraussetzung für partnerschaftliches Fahrverhalten. Dazu zählt auch, mit Fehlern anderer zu rechnen. Der Abstand etwa sollte geschwindigkeitsabhängig so bemessen sein, dass er auch dann noch ausreichend ist, wenn der Vordermann plötzlich bremst.

Eine angepasste Geschwindigkeit ist die Geschwindigkeit, die alle äußeren Gegebenheiten berücksichtigt und mit der man die anderen Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet. Bei der Wahl der Geschwindigkeit zu beachten sind unter anderem Verkehrslage, Witterungsbedingungen, Straßenführung und Fahrbahnbeschaffenheit. Auch Beladung oder ein Anhänger verändern das Fahrverhalten (Lenken, Bremsen, Beschleunigen) deutlich.

Knapp ein Drittel aller Autobahnunfälle wird durch zu geringen Abstand verursacht. Es ist zudem unangenehm und bedrohlich für vorausfahrende Pkw- oder Motorradfahrer, Scheinwerfer im Rückspiegel aufblenden zu sehen. Der Abstand zum Vorausfahrenden muss mindestens den halben Tacho betragen, das heißt z. B. 50 Meter bei 100 km/h oder 60 Meter bei 120 km/h. Die Leitpfosten am Straßenrand helfen: Sie stehen im Abstand von 50 Metern.

Oder Sie wenden die „2-Sekunden-Regel“ an. Dabei merken Sie sich einen Punkt, den der Vorausfahrende passiert, und zählen die Sekunden, bis Sie diesen Punkt selbst erreichen. Noch sicherer und entspannter ist es, den Abstand auf 3 Sekunden zu erhöhen. 

Schon wenn Sie aus einiger Entfernung die Ankündigung eines Tempolimits sehen, ist es rücksichtsvoller, vom Gas zu gehen. Vorausfahrende fühlen sich dadurch nicht bedrängt und können ihrerseits die Geschwindigkeitsbeschränkung problemlos einhalten. 

Rechtsfahrgebot und Überholen

Hartnäckig hält sich der Mythos, die Mittelspur auf der Autobahn diene nur zum Überholen von langsameren Fahrzeugen auf der rechten Spur. Bei drei Spuren oder mehr je Richtung darf die Mittelspur durchgängig befahren werden, wenn wegen langsamerer Fahrzeuge auf der rechten Spur ständig aus- und eingeschert werden müsste. Wer links vorbeifährt, muss deutlich schneller fahren als das überholte Fahrzeug, selbstverständlich unter Einhaltung eventueller Tempolimits.

Sehen Sie Lkw auf der mittleren oder rechten Spur, denen Pkw folgen, müssen Sie damit rechnen, dass diese Pkw zum Überholen ausscheren. Wenn Sie auf die linke Fahrbahn ausweichen können, versuchen Sie, den anderen das Ausscheren oder Überholen zu ermöglichen.

Wer mit Pkw oder Motorrad andere Fahrzeuge oder – etwa auf Landstraßen – Fußgänger überholen will, achtet darauf, rechtzeitig vor und nach dem Überholen zu blinken. Wichtig ist außerdem, einen ausreichenden Seitenabstand einzuhalten. Der einmalige Einsatz von Hupe oder Lichthupe zum Ankündigen eines Überholvorgangs ist außerorts zwar gestattet, jedoch sollte Gegenverkehr dabei nicht geblendet werden. Viele Auto- oder Motorradfahrer empfinden dieses Signal jedoch als aggressiv. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt und so wirkt dieses Signal mehrdeutig und verwirrend.

Bevor Sie zum Überholen ansetzen, ist ein guter Überblick über Verkehrslage und Straßenführung unerlässlich. So sehr die Geduld hinter einem Mähdrescher, Traktor oder langsamen Lkw auch auf die Probe gestellt werden mag, gilt es dennoch, Ruhe zu bewahren. Die Sicherheit für alle Beteiligten steigt, wenn Sie den Raum beim Einscheren großzügig wählen und darauf achten, die überholten Fahrzeuge nicht zu schneiden. Bei Uneinsehbarkeit der Strecke oder im Zweifel gilt: Nicht überholen!

Wägen Sie auch ab, ob Überholen überhaupt nötig ist. Denn der Zeitgewinn, selbst bei großen Entfernungen, ist vernachlässigbar gering. 

Als Überholter können Sie zur Sicherheit des Vorgangs beitragen und partnerschaftlich handeln, wenn Sie möglichst weit rechts fahren und Ihre Geschwindigkeit auf keinen Fall erhöhen. Bleiben Sie besonders auf Landstraßen achtsam und bremsbereit, falls der Überholende wegen Gegenverkehr früher einscheren muss.

Ein- und Ausfädeln an Autobahnauffahrten/-abfahrten

Faire Pkw- oder Motorradfahrer erleichtern das Einfädeln anderer Fahrzeuge, indem sie bei freier Bahn rechtzeitig von der rechten auf die mittlere Spur wechseln.

Auch das Abfahren von der Autobahn sollten Sie rechtzeitig einleiten. Es ist wenig sicherheitsbewusst, sich erst im letzten Moment von der linken oder mittleren Spur auf die rechte zu drängen. Als Fahrer auf der rechten Spur können Sie Weitblick und partnerschaftliches Verhalten unter Beweis stellen, wenn Sie „Nachzügler“ ausfädeln lassen. Es ist konstruktiver, keine böse Absicht zu unterstellen, sondern davon auszugehen, dass ein rechtzeitiger Spurwechsel aus Unachtsamkeit verpasst wurde. 


Lärmschutz

2,1 Millionen Deutsche sind auch nachts Lärmpegeln von bis zu 55 dB(A) ausgesetzt. Zeitlich eingeschränkte Tempolimits, beispielsweise von 22 bis 6 Uhr, sollen deshalb zur Lebensqualität und Gesundheit der Anwohner beitragen. Faire Pkw- und Motorradfahrer halten sich immer an diese Regel.


Stau

Beobachten Sie die Bremslichter vorausfahrender Fahrzeuge und reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit, wenn der Verkehr vor Ihnen zäher fließt. Halten Sie ausreichend Abstand nach vorne und warnen Sie bei Bedarf die nachfolgenden Fahrer durch Warnblinker. Wenn sich ein Stau ankündigt, ist es rücksichtsvoller, auf der eigenen Spur zu bleiben, als in letzter Sekunde hektische Spurwechsel zu beginnen.

Rücksichtsvolle und umsichtige Fahrer denken bereits bei zäh fließendem Verkehr an eine Rettungsgasse: zwischen der äußerst linken und den übrigen Fahrspuren.

Auch wenn Motorräder schmaler und wendiger sind, ist es veboten, sich zwischen Autos oder in der Rettungsgasse durch den Stau zu schlängeln.

Missbrauchen Sie auf keinen Fall den Seitenstreifen zum Vorwärtskommen. Dieser ist für den Notfall (Panne) gedacht und ansonsten Einsatzfahrzeugen vorbehalten; Unfallopfer sind auf eine schnellstmögliche Versorgung angewiesen.

Bushaltestellen an Landstraßen

Haltestellen erfordern erhöhte Aufmerksamkeit, wenn wartende Fahrgäste am Fahrbahnrand stehen oder Sie aus dem Pkw oder vom Motorrad aus die Wartehäuschen am Straßenrand nicht einsehen können. Reduzieren Sie deshalb Ihre Geschwindigkeit und seien Sie bremsbereit.

Viele Haltestellen an Landstraßen besitzen eigene Haltebuchten, oft hält der Bus jedoch auch direkt auf der Straße an. Fährt der Bus mit Warnblinkanlage auf die Haltestelle zu, darf man ihn nicht überholen. Steht der Bus warnblinkend, darf nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden. Dies gilt auch für den Gegenverkehr. Überholverbot besteht außerdem, wenn der Busfahrer an der Haltestelle den Blinker links setzt und die Weiterfahrt ankündigt.


Kreisverkehr

Es ist ratsam, beim Zufahren auf einen Kreisverkehr die Geschwindigkeit zu reduzieren und auf Rückstaus vorbereitet zu sein.

Beim Einfahren besteht Wartepflicht gegenüber allen Fahrzeugen im Kreis. Beim Ausfahren haben alle querenden Fußgänger Vorrang, egal ob sie von links oder rechts kommen. Radfahrer, die weiter im Kreis fahren wollen, haben Vorfahrt. Wer in einen Kreisverkehr hineinfährt, darf nicht blinken. Nur das Verlassen des „Kreisels“ ist durch Blinken anzukündigen. Sind an einem „Kreisel“ weder Kreisverkehr-Zeichen noch „Vorfahrt gewähren“-Schilder aufgestellt, handelt es sich um eine normale Kreuzung. In diesem Fall gilt für alle – auch für Radfahrer – rechts vor links.


Verständnis für andere

Fahranfänger, aber auch Ortsfremde bewegen sich auf unübersichtlichen Landstraßen möglicherweise langsamer als Ortskundige. Bei anderen Verkehrsteilnehmern kann dies Unverständnis und Ungeduld bewirken.

Setzen Sie unsichere Fahrer nicht noch zusätzlich durch forsches Auftreten, dichtes Auffahren oder fordernde Gesten unter Druck. Es wird auch Ihre Nerven schonen, wenn Sie Verständnis aufbringen.

Verhalten an Baustellen und Reißverschlussverfahren

Der Beginn und das Ende einer Baustelle erfordern besondere Vorsicht. Endet eine Fahrspur, ist den am Weiterfahren gehinderten Fahrzeugen der Übergang auf die benachbarte Fahrspur zu ermöglichen (Reißverschluss). Unmittelbar vor Beginn der Verengung ordnen sich die Fahrzeuge jeweils im Wechsel auf der durchgehenden Fahrspur ein.

Im Baustellenbereich ist die vorgeschriebene Geschwindigkeit an die verengten Spurbreiten angepasst. Beachten Sie die für die jeweilige Spur maximal zulässige Fahrzeugbreite und ordnen Sie sich im Zweifel auf der breitesten, der rechten Fahrspur ein. An Baustellen kann es zu Verschwenkungen kommen, die ebenfalls mit angepasster Geschwindigkeit zu passieren sind.


Fitness und Ruhepausen

Fairness heißt auch abzuschätzen, wie verkehrstüchtig wir selbst sind, und im Zweifel das Auto oder Motorrad stehen zu lassen. Gesundheitlich angeschlagen, übermüdet, durch einen Streit belastet oder durch eine gute Nachricht euphorisiert, kann man schon mit einer kurzen Fahrt auf der Landstraße überfordert sein. Dies gilt ebenso bei der Einnahme starker Medikamente.

Fit und ausgeschlafen zu sein, trägt zur Sicherheit im Straßenverkehr bei. Besonders auf langen Autobahnfahrten können 20- bis 25-minütige Pausen im Abstand von höchstens zwei Stunden helfen, dem gefährlichen Sekundenschlaf vorzubeugen. Ohrenstöpsel und Schlafmaske erleichtern den Erholungsschlaf auf Rastanlage oder Autohof.

Verhalten auf Rastanlagen

Beim Befahren einer Rastanlage gilt es, das Tempo auf Schrittgeschwindigkeit zu reduzieren und ein- und ausparkenden Fahrzeugen das Rangieren zu ermöglichen. Rücksichtsvolle Pkw-Fahrer und -Insassen achten auf querende Fußgänger, die sich im „toten Winkel“ des Fahrzeugs befinden können. Beim Öffnen der Türen ist ebenfalls Vorsicht geboten: Sie könnten Personen übersehen, die sich im „toten Winkel“ befinden.

Fairness am Rastplatz betrifft außerdem die Wahl der Parkplätze. Behindertenparkplätze sind Inhabern eines blauen Parkausweises vorbehalten, die sich außerhalb des Wagens nur mit fremder Hilfe oder unter großer Anstrengung fortbewegen können. Da sie den Anspruchsberechtigten lange, beschwerliche Wege ersparen, gebieten es neben der Straßenverkehrs-Ordnung auch Anstand und Respekt, diese Sonderparkplätze auch nicht für kurze Zeit unberechtigt zu nutzen.

Ebenfalls zu respektieren sind speziell ausgewiesene Lkw-Stellplätze. Lkw-Fahrer können somit die Ruhezeiten einhalten und müssen nicht übermüdet weiterfahren. Sind Lkw-Fahrer ausgeruht und fit, profitieren alle davon: Es erhöht die Verkehrssicherheit auf allen Straßen, nicht nur außerorts. Können Lkw-Fahrer die für sie ausgewiesenen Flächen nutzen, brauchen sie nicht verbotenerweise in den Ein- und Ausfahrten der Rastanlagen zu parken. Dort falsch geparkte Lkw können schwere Unfälle verursachen, etwa wenn ein Motorradfahrer einen Lkw in der Einfahrt einer Rastanlage zu spät bemerkt oder ein ausparkender Pkw von einem Lastwagen verdeckt und deshalb übersehen wird.

Besondere Risiken auf Landstraßen

Auf Landstraßen kommen hohe Geschwindigkeiten, Gegenverkehr und Überholmanöver zusammen. Verkehrsteilnehmer mit stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten teilen sich die vergleichsweise engen Fahrbahnen. Rechnen Sie besonders bei unübersichtlicher Straßenführung damit, dass Sie vom Gegenverkehr geblendet werden oder entgegenkommende Fahrzeuge in ihre Fahrspur eindringen. Fahren Sie Linkskurven aus, anstatt sie zu schneiden. Hinter Kurven oder Kuppen können sich Hindernisse oder langsame Fahrzeuge wie Traktoren oder Landmaschinen befinden. Die Gefahr eines Auffahrunfalls ist hier besonders hoch.

Aufgrund der höheren Geschwindigkeiten steigt das Unfallrisiko besonders im Vergleich zum Innerortsverkehr um ein Vielfaches, zumal wenn die Sicht durch Nebel, Dämmerung oder Dunkelheit eingeschränkt ist. Auch Regen, Schnee, überfrierende Nässe, etwa auf Brücken oder an Waldschneisen, sowie Schmutz im Ausfahrtenbereich von Waldwegen oder Feldern erfordern eine umsichtige und vorausschauende Fahrweise mit angepasster, deutlich reduzierter Geschwindigkeit.

Alleen/Baumunfälle

Bäume, Mauern und Masten geben beim Aufprall nicht nach und stellen gefährliche Hindernisse dar: Jeder fünfte Unfalltote ist Opfer einer Baumkollision, auf Landstraßen sogar jeder vierte. Passen Sie daher auf Landstraßenabschnitten, die durch Wälder führen, Ihre Geschwindigkeit an und verzichten Sie auf das Überholen. Sofern Ihr Fahrzeug nicht über Tagfahrlicht verfügt, können Sie das Abblendlicht einschalten, um die Sichtbarkeit in Alleen und auf Landstraßen, die durch Waldgebiete verlaufen, auch tagsüber zu erhöhen.

Wildunfälle

Seien Sie speziell bei Dämmerung besonders aufmerksam und drosseln Sie Ihre Geschwindigkeit, wenn Sie Waldstücke passieren. Sehen Sie ein Reh auf der Straße, reduzieren Sie die Geschwindigkeit und blenden das Fernlicht ab. Ist ein Zusammenprall mit Wild unvermeidbar, bremsen Sie stark und halten dabei die Spur. Unfälle mit dem Gegenverkehr oder mit Bäumen am Straßenrand hätten die deutlich schwerwiegenderen Folgen. Anschließend ist die Unfallstelle mit Warnblinker und Warndreieck zu sichern. Tragen Sie stets eine Warnweste, wenn Sie das Fahrzeug verlassen.

Das Tier sollte nur dann mit Handschuhen und Warnweste von der Straße entfernt werden, wenn es sicher tot ist. Gibt das Tier noch Lebenszeichen, sollten Sie es auf keinen Fall anfassen, denn es könnte sich verteidigen wollen. Nach einem Wildunfall ist die Polizei zu verständigen.


Fußgänger und Fahrradfahrer

Sichtbarkeit

Auto- und Motorradfahrer müssen Fußgänger und Fahrradfahrer rechtzeitig sehen, um Rücksicht nehmen zu können. Fahrradfahrer, Fußgänger und Skater bringen sich und andere deshalb in Gefahr, wenn sie nicht auf ihre eigene Sichtbarkeit achten.

Die Unfallbeteiligung von Fußgängern ist gerade in den Herbst- und Wintermonaten besonders hoch. Zwischen November und Februar kommen im Schnitt 12 Prozent mehr Fußgänger zu Schaden als im Jahresdurchschnitt.

Retroreflektierende Elemente, die vorne, hinten sowie seitlich auf der Kleidung oder am Helm angebracht sind, verbessern die Sichtbarkeit bei Dunkelheit. Am Tag tragen fluoreszierende Materialien dazu bei, dass Radfahrer und Fußgänger besser gesehen werden.

Funktionierende Beleuchtung am Fahrrad ist nicht nur in der Dämmerung und bei Dunkelheit wichtig. Auch an trüben Tagen oder in Waldgebieten können die Lichtverhältnisse schwierig sein. Die vorschriftsmäßige Beleuchtung am Fahrrad besteht aus einer weißen Frontleuchte und einem roten Rücklicht und kann über einen Dynamo betrieben werden. Beim Warten an der Ampel sorgt Beleuchtung mit Standlichtfunktion für Sichtbarkeit. Auch der Einsatz von batterie- oder akkubetriebenen Front- und Rückleuchten ist erlaubt.

Darüber hinaus gehören ein weißer Front- und ein roter Heckreflektor zu einer vollständigen Ausstattung.

Pedale und Speichen sind mit Reflektoren zu versehen, die – wie alle Teile – ein amtliches Prüfzeichen tragen müssen. Die bessere Sichtbarkeit von Fahrrädern im seitlichen Bereich gewährleisten reflektierende Streifen auf den Reifen oder Speichenclips.

Damit das eigene Handeln für die anderen erkennbar wird, ist die deutliche Verständigung unter den Verkehrsteilnehmern am Tag wie in der Nacht unerlässlich. Sowohl Abbiege- als auch Überholvorgänge sind mit entsprechenden Handzeichen anzukündigen. Reflektierende Elemente an den Ärmeln lassen Handzeichen, die Radfahrer vor dem Abbiegen geben, besser erkennen.

Zu Fuß und mit dem Rad auf der Landstraße

Benutzen Radfahrer die Fahrbahn, halten sie sich möglichst weit rechts und fahren hintereinander. Fahrradstreifen auf Landstraßen dürfen nur in der vorgeschriebenen Fahrtrichtung, Radwege nur in der oder den freigegebenen Richtung(en) befahren werden.

Beim Radfahren entgegen einer freigegebenen Richtung besteht erhöhte Unfallgefahr, weil eine hinweisende Beschilderung für andere Verkehrsteilnehmer fehlt. Andere Radfahrer rechnen nicht mit Gegenverkehr. Ein Zusammenstoß in einer schlecht einsehbaren Kurve könnte fatale Folgen haben, da sportliche Radfahrer oft mit höheren Geschwindigkeiten als innerorts unterwegs sind. Auch Kraftfahrer oder Fußgänger erwarten dann an Einmündungen oder Kreuzungen keine Radfahrer „von links“ und übersehen sie leicht.

Sind mehr als 15 Radfahrer gemeinsam unterwegs, dürfen sie gemäß Straßenverkehrs-Ordnung einen geschlossenen Verband bilden. Damit der Verband erkennbar ist, fahren die Mitglieder eng in der Gruppe. Diese ist von der Radwegebenutzungspflicht ausgenommen. Im Verband dürfen je zwei Radfahrer nebeneinander fahren, sofern sie ausreichend seitlichen Sicherheitsabstand untereinander sowie nach vorne und hinten einhalten.

Beim Überholen müssen z. B. Pkw ausreichenden Seitenabstand zum überholten Radfahrer halten, in der Regel rund 1,5 Meter. Auf einer 6 Meter breiten Landstraße nimmt ein Pkw somit beim Überholen mehr als die Hälfte der Gegenfahrbahnbreite in Anspruch. Faire Radfahrer bewegen sich deshalb auch in der Gruppe hintereinander, ermöglichen ein weiträumiges Überholen und tragen damit zu ihrer eigenen Sicherheit bei.

Inline-Skater und Fußgänger müssen vorhandene Gehwege nutzen. Ist entlang von Landstraßen kein Gehweg vorhanden, bewegen sie sich vorsichtig und hintereinander am äußerst linken Straßenrand. Auf diese Weise sehen sie den herannahenden Gegenverkehr besser und sind auch umgekehrt besser sichtbar für den rollenden Verkehr.

Das Inline-Fahren auf der rechten Seite von Landstraßen oder auf Radwegen ist nur gestattet, wenn ein Schild „Inliner frei“ dies anzeigt.


Verhalten am Kreisverkehr

Kreisverkehre an Landstraßen sind durch ein entsprechendes Zeichen erkennbar. Weiße Pfeile auf blauem Grund weisen die vorgeschriebene Fahrtrichtung im Kreis, die auf jeden Fall einzuhalten ist. Bei der Einfahrt haben alle Fahrzeuge im „Kreisel“ Vorfahrt.

Radfahrer, die sich auf der Landstraße einem Kreisverkehr nähern, senken die Geschwindigkeit und bleiben bremsbereit. Denn vor einem „Kreisel“ warten oft einige Fahrzeuge, was das Risiko eines Auffahrunfalls erhöht. Beim Ausfahren haben querende Fußgänger immer Vorrang – egal ob sie von links oder rechts kommen. Bei der Benutzung eines Radweges, der einige Meter hinter dem „Kreisel“ die Ausfahrt kreuzt, haben Fahrzeuge Vorfahrt.

Ob jemand den Kreisverkehr verlassen will, ist am Blinken vor Verlassen des „Kreisels“ erkennbar: Kraftfahrer fahren ohne Blinker hinein und mit Blinker heraus. Doch ist es für Radfahrer ratsam, sich nicht auf ihr Recht zu verlassen. Nehmen Sie Augenkontakt auf und stellen Sie sicher, dass der Kraftfahrer Sie wahrgenommen hat. Sind bei „Kreisel“-ähnlicher Straßenführung weder Kreisverkehr-Zeichen noch „Vorfahrt gewähren“-Schilder vorhanden, gilt für alle Straßenbenutzer: rechts vor links.

Verhalten an Querungen

Ein Unfall mit Autos oder Motorrädern kann für Fußgänger oder Radfahrer aufgrund der höheren Geschwindigkeiten auf Landstraßen tödlich sein. Beim Überqueren von Landstraßen und Radwegen ist deshalb große Vorsicht angesagt. Wer darauf achtet, gut sichtbar zu sein und nicht von Hindernissen wie Strauchwerk, Bäumen, Verkehrsschildern oder Ähnlichem verdeckt zu werden, gelangt sicherer auf die andere Straßenseite. Auch für Auto- und Motorradfahrer ist es angenehmer, andere Verkehrsteilnehmer frühzeitig erkennen zu können.

Rechnen Sie beim Überqueren der Straße auch damit, dass Sie von Fahrern abbiegender Fahrzeuge übersehen werden und eventuell im „toten Winkel“ verschwinden könnten. Vergewissern Sie sich, dass Sie gesehen wurden! „Tote Winkel“ sind Bereiche, die Fahrer nicht einsehen können. Besonders ausgeprägt sind sie bei Lkw und Transportern oder auch bei Bussen.

Der „tote Winkel“ auf der rechten Seite eines Fahrzeugs, z. B. eines Lkw, ist der gefährlichste und umso größer, je länger das Fahrzeug ist. Die besondere Gefahr für Zweiradfahrer, aber auch Fußgänger, besteht darin, dass sie von der Seitenpartie eines rechts abbiegenden Fahrzeugs erfasst werden könnten. Auch droht ihnen Gefahr von den Hinterrädern des Lkw, denn die Hinterachse beschreibt eine engere Kurvenspur als die gelenkte Vorderachse.

Suchen Sie im Seitenspiegel nach dem Gesicht des Fahrers. Nur wenn Sie dieses sehen können, sind Sie auch selbst sichtbar für den Fahrer. Achten Sie gegebenenfalls auf ein Signal des abbiegenden Fahrers, dass er Sie registriert hat, sodass Sie sicher queren können.

Warten Sie als Radfahrer an der Ampel oder vor einem Fußgängerüberweg lieber deutlich vor oder erkennbar hinter statt neben Lkw und größeren Pkw.

Erste Hilfe

Wer Zeuge eines Unfalls wird, ist verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Vermeiden Sie Panik, verschaffen Sie sich einen Überblick und sprechen Sie Opfern gut zu. Die Unfallstelle muss gesichert werden. Schalten Sie, wenn möglich, die Warnblinkanlage des verunglückten Wagens ein. Das Warndreieck stellen Sie in etwa 100 Metern (Landstraße) bzw. 150 Metern (Autobahn) Abstand vor der Unfallstelle auf. Bei Kurven und Bergkuppen ist das Warndreieck davor aufzustellen. Nach Sicherung der Unfallstelle ist ein Notruf per Handy oder anderweitig abzusetzen.

Entlang von Autobahnen befinden sich Notrufsäulen im Abstand von ca. 2 Kilometern. Kleine Hinweispfeile an den Leitpfosten führen zur nächsten Säule. Ziehen Sie eine Warnweste an und gehen Sie stets hinter der Leitplanke.

Bei einem 112-Notruf erleichtern präzise Angaben den Helfern die Orientierung: Wo ist der Unfall passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Warten Sie auf Rückfragen der Rettungsleitstelle.

Verhalten auf Rastanlagen

Rastanlagen bieten Gelegenheit zur Entspannung und Erholung. Rücksicht hilft, den Aufenthalt für alle so angenehm wie möglich zu gestalten. Nach vielen Kilometern Autobahnfahrt müssen Lkw-, Pkw- und Motorradfahrer sich bewusst machen, dass hier auch wieder Fußgänger unterwegs sind. Rechnen Sie deshalb damit, dass einige Kraftfahrer noch nicht „umgeschaltet“ haben, und behalten Sie den rollenden Verkehr im Auge.

Laufen Sie nicht unvermittelt auf die Fahrbahn und betreten Sie diese nur zum Überqueren. Kinder müssen auf Rastanlagen zu jeder Zeit an die Hand genommen werden. Kinderwagen, -sitze oder Babyschalen dürfen weder im Fahrbahnbereich noch in Straßennähe und ebensowenig vor, hinter oder neben dem Auto abgestellt werden.

Vermeiden Sie den Aufenthalt im „toten Winkel“ von Lkw oder anderen Fahrzeugen und achten Sie auf sich öffnende Türen, wenn Sie zwischen geparkten Fahrzeugen hindurchgehen.


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